Arti TV und Referendum

In Köln hat der oppositionelle türkische Fernsehsender Arti TV den Betrieb aufgenommen. Der Sender wolle unabhängig und objektiv über die Entwicklungen in der Türkei berichten und der Unterdrückung der Pressefreiheit unter Präsident Recep Tayyip Erdogan Paroli bieten, sagte Chefredakteur Celal Baslangic bei der Eröffnungsfeier am 17. März 2017. Künftig wird Arti TV, türkisch für “Plus TV”, mehrere Stunden am Tag mit Beiträgen, Interviews und Diskussionsrunden über das politische und gesellschaftliche Leben in der Türkei informieren. Zum Autorenteam des Senders gehören mehrere Dutzend regierungskritische Journalisten. Sie sind zum Teil im Zuge der Repressionsmaßnahmen der Erdogan-Regierung nach dem gescheiterten Putschversuch im Juli aus der Türkei emigriert, teils leben sie bereits seit langem in Europa. Wichtigstes Ziel sei zunächst, durch politische Aufklärung einen Sieg des Erdogan-Lagers beim Referendum am 16. April zu verhindern, hieß es aus den Reihen der Medienschaffenden. Erdogan strebt bei dem Plebiszit die Zustimmung zu einem autoritären Präsidialsystem an, das ihm und seiner Partei AKP noch mehr Macht zusichert.

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